Edelsteine Lexikon - Edelsteinlexikon

Über die verschiedene Gruppen- und Edelsteinlinks finden Sie weitere Informationen zu den Edelsteinarten. Hier erfahren Sie dann mehr über die Edelsteine, deren Heilwirkungen, Herkunft, Farbe und Dichte.

Edelsteine

Früher Luxus und Statussymbol, heute erschwinglich

Edelsteine werden schon seit Jahrtausenden von Menschen zu Schmuck verarbeitet. Früher war dieser Luxus den reichen Adligen vorbehalten. Damals dienten sie als Status- oder Machtsymbol. Heute sind die Steine wesentlich erschwinglicher und deshalb auch für jeden Liebhaber tragbar. Vorrangig tragen wir sie natürlich als Accessoires als Schmuck. Aber auch als Heilsteine gewinnen sie immer mehr an Bedeutung. Selbst den Sternzeichen wurden bestimmte Steine zugeordnet.

Größtenteils sind Edelsteine Mineralien. Sie entstehen durch die verschiendenen Temperaturen und Materialzusammensetzungen im Erdinnern durch Reaktionen, zum Teil auch durch die Hilfe kleinster Organismen. Was fast allen Mineralien gleich ist: Sie entwickeln bestimmte Kristallformen - chemisch gesehen also ein sich regelmäßig wiederholendes Gitter aus Atomen, Ionen oder Molekülen. Die Form und Substanz dieses Gitters bestimmt letztendlich in welcher Form, Farbe, Dichte und Härte wir den Edelstein wahrnehmen.

Physikalischen Eigenschaften

Diese sind äußerst wichtig bei der Bearbeitung und der Pflege der Edelsteine. Die Härte wird bei Edelsteinen unterteilt in die so genannte Ritzhärte = der Widerstand, den ein Mineral beim Ritzen mit scharfkantigen Materialien entgegenbringt. Diese wurde anfangs des 19. Jahrhunderts von einem Mineralogen namens Friedrich Mohs durch eine Skala von 1 bis 10 definiert (1+ 2 weich, 3-5 = mittelhart, 6-10 = sehr hart) und in die Schleifhärte, die für den Edelsteinschleifer von großer Bedeutung ist.

Auch beim Polieren ist er Härtegrad eines Steines unbedingt zu beachten, da härtere Steine eine Politur wesentlich besser annehmen, als weiche. Die Spaltbarkeit fällt je nach Kristallgitter der Mineralien aus. Sie wird -grob- in vier Qualitätsstufen unterteilt:

  • vollkommene Spaltbarkeit
  • gute Spaltbarkeit
  • undeutliche Spaltbarkeit
  • keine Spaltbarkeit

Von Spaltbarkeit spricht man, wenn bei der Spaltung eine Spaltbarkeitsebene, also eine glatte Oberfläche entsteht. Auch diese Eigenschaft ist für den Edelsteinschleifer zu beachten, da bei vollkommener Spaltbarkeit der geringste Druck oder zu starke Temperaturschwankungen die Spaltbarkeit auslösen können. Von Bruch spricht man, wenn beim Auseinander fallen des Steins keine glatte sondern eine unregelmäßige Oberfläche entsteht. Hier wird je nach Oberflächenform erkannt, um welche Steingruppe es sich vermutlich handelt. Beim Bruch können unter anderem unebene, fasrige, splittrige oder muschlige Oberflächen entstehen.

Die Farbe

Die optischen Eigenschaften der Edelsteine sind natürlich für den Betrachter und den Träger vorrangig. Was wir letztendlich wahrnehmen sind die Wellenlängen, die ein Stein absorbiert. Bei vielen Steinen sind es beinhaltete Metalle, die bestimmte Wellenlängen absorbieren und uns damit farbig erscheinen. Bei manchen aber ist auch die Form des Raumgitters maßgebend für die Farben, die wir sehen. Einzelne Mineralien erscheinen in verschiedenen Farben. Jedoch hat jeder nur eine Eigenfarbe, die anderen Farben entstehen durch Zugabe von farbgebenden Substanzen. Mit Hilfe der Eigenfarbe kann man die einzelnen Edelsteine bestimmen.

Die Dichte

Die Dichte (früher auch spezifisches Gewicht genannt) wird in g/cm³ bzw. kg/m³ angegeben, das heißt, die angegebene Zahl beschreibt das Verhältnis des Edelsteins zum gleichen Volumen in Wasser. Die Edelsteine haben eine Dichte zwischen 1 (leicht) und 8 (schwer). Als normal wird eine Dichte zwischen 2 und 4 empfunden.

Doppelbrechung

Doppelbrechung bedeutet, wenn ein Lichtstrahl in einem Kristall gebrochen und in zwei Strahlen zerlegt wir. Diese Doppelbrechung wird ebenso zur Bestimmung zu Hilfe genommen.

Der Wert setzt sich aus vielen kleinen Faktoren zusammen. Einer davon ist die Transparenz/Durchsichtigkeit eines Edelsteins. Je mehr Risse, Fremdstoffe, Luftblasen oder Gaseinschlüsse der Stein hat, desto trüber wird er und desto weniger wertvoll. Man nennt diese auch semitransparent oder transluzent. Es gibt aber auch Edelsteine, die durch ihre Beschaffenheit völlig undurchsichtig sind. (z. B. Lapislazuli). Der Glanz der Steine entsteht durch die Spiegelung des Lichts an der Oberfläche. Die Stärke des Glanzes hängt von der Stärke der Lichtbrechung ab. Wir unterscheiden dabei unter folgenden Glanz - Arten:

  • Metallglanz - sehr starker Glanz, kommt nur bei undurchsichtigen Edelsteinen vor.
  • Diamantglanz - leuchtender Glanz wie bei Diamanten, kommt nur bei durchsichtigen Edelsteinen vor.
  • Fettglanz - ähnlich dem Glanz von Fett auf Papier, kommt vor allem bei trüben Steinen vor.
  • Perlmuttglanz - entspricht dem Glanz von Perlmutt
  • Seidenglanz - zarter Glanz wie auf Naturseide
  • Wachsglanz - matter Glanz
  • Harzglanz - wenig intensiver Glanz
  • Glasglanz - wie der Glanz von Fensterglas, kommt am häufigsten vor

Effekte

Bei manchen Edelsteinen entstehen durch Reflexionen und Lichtbeugung an Schichten, Einlagerungen oder Hohlräumen in den Steinen. Sehr bekanntes Beispiel hierfür ist der so genannte Sternrubin. Man Sieht das Licht als sternförmig angeordnete Streifen. Der Fachmann nennt diese Erscheinung Asterismus oder Sterneffekt. Ähnlich dem Sterneffekt ist das Chatoyieren. Diesen kennt man auch als Katzenaugeneffekt, weil der schmale Lichtstreifen, der reflektiert wird an den Schlitz im Innern eines Katzenauges erinnert.

Ein weiterer Effekt, der beim Mondstein beobachtet wird, ist der bläuliche Schimmer, der sich mit der Bewegung des Steins an der Oberfläche mitzubewegen scheint. Hier spricht man von Adualisieren - ähnlich dem Labradorisieren. Hier sieht man meist blaue und grüne, metallisch glänzende Farbenspiele - seltener kommen die anderen Spektralfarben vor. Der Name kommt daher, dass dieser Effekt vor allem beim Labradorith zu sehen ist. So kam auch das Aventurisieren zu seinem Namen - es tritt vor allem beim Aventurin auf. Es zeigt sich als glänzende Reflexionen durch die Einlagerung von Fremdstoffen wie Hämatit.

Vom Irisieren spricht der Fachmann, wenn das Licht an Rissen im Stein in die Regenbogenfarben zerlegt wird. Sehr schön zu beobachten bei gecrashtem Bergkristall. Opale können sowohl opaleszieren, als auch opalisieren. Opaleszieren nennt man das milchig-bläuliche Aussehen, wogegen das Opalisieren das bunte Farbenspiel der Opale je nach Blickwinkel beschreibt. Ein ganz besonders wirkungsvoller Effekt ist das Fluoreszieren. - Wie der Name schon sagt beim Fluorit erstmals entdeckt. Es beschreibt das Leuchten der Steine bei ultravioletter Strahlung. Ursache für dieses Leuchen sind Verunreinigungen oder Fehler im Aufbau der Kristallgitter.

Einschlüsse

Einschlüsse werden die Fremdkörper genannt, die nahezu in jedem Edelstein zu finden sind. Oft sind es Mineralien, die von einem Kristall eingeschlossen wurden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie diese Mineralien in die Kristalle gelangen. Sie können von den Kristallen umwachsen worden sein, oder aber die Mineralien sind in flüssiger Form durch Risse in den Kristallen eingedrungen. Die wohl besonderste Art von Einschlüssen ist im Bernstein in Form von Insekten oder Pflanzen zu finden. Von Einschlüssen spricht man aber auch bei Rissen und Sprüngen in den Steinen.