Ohrschmuck

Schmückende Ohrringe und Ohrstecker

Zum Ohrschmuck werden all jene Schmuckstücke gezählt, die von ihrem Träger am Ohr befestigt werden können. Dazu gehören sowohl Ohrringe als auch Ohrstecker und Ohrclipse. Bereits vor über 7000 Jahren gab es Kulturen, die Ohrringe aus verschiedendsten Materialien herstellten. Waren es früher vorwiegend Knochen, Holz, Stein und Metall die zu Ohrschmuck verarbeitet wurden, sind den heute verwendeten Materialien kaum mehr Grenzen gesetzt. Glas, diverse Kunststoffe und Edelsteine werden dabei ebenso verwendet wie Perlen und Ketten.

In der heutigen Zeit werden vielfältige Ohrschmuckstücke vorwiegend für die Damenmode angefertigt. Dennoch gibt es auch eine große Zahl, zumeist schlichterer Schmuckstücke für Herren. Geschichtlich gesehen ist das Tragen von Ohrschmuck jedoch nicht an das Geschlecht gebunden. Erst in den vergangenen Jahrhunderten ging das Tragen von Ohrschmuck durch die Vertreter des starken Geschlechts zurück. Noch im Mittelalter war der Ohrring absolut üblich und verbreitet bei den Herren, teilweise sogar als ein Statussymbol hoch angesehen.

Ohrschmuck als Kennung der Zugehörigkeit einer Zunft

In der mittelalterlichen Ständegesellschaft waren nämlich beispielsweise die Handwerker in Zünften organisiert. Nur das Mitglied einer Handwerkszunft hatte die Erlaubnis, seinen Beruf innerhalb der Stadtmauern aus zu üben, erhielt dafür gleichzeitig jedoch eine gewisse Sicherheit und Unterstützung von Seiten der Zunft. Symbolisch zeigte man(n) seine Zunftzugehörigkeit unter anderem durch das Tragen der Zunfttracht, zu der auch ein Zunftohrring gehörte.

Dieser Ohrschmuck wurde in der Regel aus Gold gefertigt und diente beim Ableben des Handwerkers der Bezahlung des Bestatters, der dem Handwerker somit ein christliches Begräbnis ermöglichte. Eine der härtesten Strafen bei Verstößen gegen die Zunftregeln war der Ausschluss aus der Zunft, bei welchem dem Handwerker der zunftzugehörige Ohrschmuck ausgerissen wurde. Die daraus resultierende Verletzung branntmarkte den Handwerker lebenslang als ein Schlitzohr.

Seeleute trugen ihren Reichtum am Ohr

Ebenfalls weit verbreitet war der Ohrschmuck bei den Seeleuten. Da bei ihnen die Gefahr eines Todes auf See sehr hoch war, trugen diese ihre (zumeist spärlichen) Reichtümer in Form von dicken Ohrringen, damit diese bei einem Schiffsunglück nicht verloren gehen konnten. Sie erhofften sich davon, dass Bürger sie beim Auffinden an Land mit Hilfe des Ohrschmucks christlich bestatten würden.

Man sieht, dass das Tragen von Ohrschmuck in der Vergangenheit nicht wie heute einfach nur einen schmückenden Zierrat darstellte, sondern dass damit durchaus auch ein wichtiger Aspekt verbunden war, nämlich das Tragen des eigenen Besitzes am Körper für den Fall der Fälle. Heute hingegen ist der Ohrschmuck eine der verbreitetesten Schmuckarten bei Männern wie Frauen. Das Tragen von Ohrringen und Ohrsteckern bedarf dabei die professionelle Herstellung des Ohrlochs durch ein Piercing, welches sowohl bei einem Arzt, als auch in einem seriösen Piercingstudio vorgenommen werden kann.