Zuchtperlen
Durch Menschenhand gezüchtete Perlen
Als Zuchtperlen muss man all die Perlen deklarieren, die durch die Einmischung von Menschen entstehen. Das Züchten von Perlen hat schon eine sehr lange Tradition und wurde zuerst in China praktiziert. Damals pflanzte man der Muschel einen Fremdkörper in die Innenseite der Schale, wodurch jedoch keine vollkommen runde Perlen entstanden. Die heutige Züchtung von runden Perlen wurde erst anfangs des letzten Jahrhunderts praktiziert.
Keshiperlen

Keshiperlen sind eigentlich ein ungewolltes Produkt. Sie entstehen, wenn z.B. beim Einpflanzen eines Kerns, das Mantelgewebe in der Muschel zerstört wird und sich dann dort ein - oder mehrere Perlensäckchen bilden, die - ohne Kern oder Implantat - mit Perlmutt gefüllt werden. Das Besondere an den Keshiperlen ist also, dass sie keinen Kern haben, also nur aus Perlmutt bestehen.
Da der Kern, der bei den Zuchtperlen auch formgebend ist, nicht vorhanden ist, gibt es sie in allen möglichen "Fantasieformen". Leider gibt es sie nicht sehr oft, da bei Kontrollen, bei denen die Austern geröntgt werden, festgestellt wird, wenn in der Muschel kein Kern ist und dieser dann im Nachhinein eingepflanzt wird.
Mabeperlen

Mabeperlen werden die Perlen genannt, die - anders als runde Zuchtperlen - in der Innenseite der Muschelschale wachsen und deshalb eine flache Seite haben. Nach ihrer Ernte wird der Kern aus der Perle entfernt und das bleibende Perlmutt mit Harz gefüllt. Auf der flachen Unterseite wird ein Stück Perlmutt befestigt und erst dann nennt man sie Mabeperlen.
So lange die halbrunde Perle sich in der Muschel befindet, wird sie "Blister" (englisch für Hautblase) oder Bläschenperle genannt. Weil Mabeperlen nicht rund sind, sind sie wesentlich erschwinglicher und werden zur Herstellung von günstigeren Schmuckstücke verwendet.
Meerwasserzuchtperlen / Akoyaperlen

Nachdem man Kenntnis darüber hatte, wie die Perlen entstehen, konnte man der stetig wachsenden Nachfrage mit Perlenzucht gerecht werden. Auch Zuchtperlen sind ein Naturplrodukt, jedoch entstehen sie nur durch das Zutun von Menschen. Die Perlen entstehen in mehreren Schritten. Zunächst gewinnt man Perlmutt aus der Schale einer Süßwassermuschel. Daraus werden Kugeln geschliffen, die man dann wiederum mit einem Epithelstück aus dem Perlmuschelmantel der Akoyamuschel umwickelt und danach in die Muschel eingepflanzt.
Die Größe dieses Epithelstückes bestimmt letztendlich auch die Größe der Perle. Doch ist Vorsicht geboten, denn je größer der Eindgringling in der Muschel ist, desto mehr die Gefahr, dass die Muschel abstirbt. Eine Perle braucht etwa 3-4 Jahre, bis die Perlmuttschicht dick genug ist (ca. 0,8-1,2mm). Die Muscheln werden nach der Einpflanzung in Käfigen (siehe Bild) oder Körben mehrere Meter tief ins Salzwasser gehängt. Dort werden sie ein paar mal pro Jahr gereinigt, um so Schmarotzern und Krankheiten vorzubeugen. Wenn die Temperatur unter 12°C sinkt, müssen die Muscheln in wärmere Gewässer transportiert werden, weil sie sonst sterben.

Japan ist heute der größte Perlenexporteur. Die Perlen werden dort während der Wintermonate geerntet, weil da die Muschel die Absonderung des Perlmutts stoppt und der Lüster der Perle so am besten wird. Nachdem die Perlen geerntet wurden, werden sie gewaschen, getrocknet und dann nach Qualität und Größe sortiert. Auch Akoyazuchtperlen (siehe Bild) sind Salzwasserperlen. Sie werden in der Akoyamuschel gezüchtet. Weil die Akoyamuschel relativ klein ist, sind auch deren Produkte kleiner, als andere Perlen - maximal 10mm. Jedoch sind sie fast immer rund und werden deshalb besonders gerne zur Herstellung von gleichmäßigen Colliers verwendet.