Piercingschmuck

Die Technik des Durchstechens von Haut

Piercingschmuck ist speziell für Piercings hergestellter Schmuck. Unter einem Piercing versteht man jede Art der bewusst herbei geführten, künstlich hergestellten Körperöffnung mittels dem Durchstechen von Haut-, Fett- und anderem Körpergewebe wie beispielsweise Knorpel. Die bekanntesten und beliebtesten Piercingarten sind in der heute modernen Welt Ohrenpiercings (das beliebte Ohrlochstechen), Bauchnabelpiercings, Nasenpiercings, Zungenpiercings und Augenbrauenpiercings.

  • Piercingschmuck - Verschiedene Modelle
  • Ein Stirnpiercing mit Brilliant
  • Dreiviertel-Ring als Piercingschmuck

Auch im Intimbereich werden inzwischen vermehrt Piercings unterschiedlicher Art angebracht, sollen hier jedoch neben dem schmückenden Aspekt auch die Lustempfindung erhöhen können. Damit das Durchstechen des Gewebes nicht mit Entzündungen und anderen ernsthaften Folgeerkrankungen endet, sollte man sich den Piercer und sein Studio stets vor der Behandlung genau anschauen sowie sich ausführlich informieren.

Ein seriöser Piercer wird dabei stets auf alle Gefahren und Risiken aufmerksam machen, das Alter kontrollieren (ab 16 mit Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten, ohne erst ab 18 Jahren) sowie alle mit dem Piercing zusammenhängenden Aspekte ausführlich erläutern. Sauberkeit in Bezug auf Piercinggeräte und Räumlichkeiten sollten dabei ebenso selbstverständlich sein wie die Verwendung von speziell geeignetem Piercingschmuck.

Auf die Auswahl der richtigen Piercingmaterialien kommt es an

Die Auswahl an Piercingschmuck ist inzwischen sehr groß. Wichtig ist gerade in der Anfangszeit, auf Piercingschmuck aus Materialien zu verzichten, die Allergien auslösen können. Als typische Materialien gehören Edelstahl, Gold, Platin, Titan und spezielle Kunststoffe aus der Medizintechnik daher zu den beliebtesten Materialien bei der Wahl des Piercingschmuck. Insbesondere Nickel, wie er von Silberschmuck abgegeben, gilt beispielsweise als allergieauslösend und wird entsprechend nicht für frische, sprich neu gestochene Piercings sowie für Allergiker empfohlen.

Während der Piercingschmuck, dessen Teil in das Piercing eingesetzt wird, aus hochwertigen Materialien bestehen sollte, kann beispielsweise der Teil ausserhalb der Körperöffnung auch aus anderen Materialien bestehen. Glas, Holz, Silber, Keramik und andere Materialien können hierbei ebenfalls Verwendung finden. Ebenso wichtig wie die Verträglichkeit des Materials ist dabei jedoch auch die Möglichkeit, das Piercing ohne viel Aufwand reinigen und desinfizieren zu können, um eventuelle Entzündungen bereits im Vorfeld zu vermeiden.

Piercings haben Tradition bis in alte Kulturen

Historisch gesehen hat das Tragen von Piercings eine lange Tradition. In vielen alten Kulturen  haben Piercings sowohl einen traditionellen als auch einen spirituellen Stellenwert. So gibt es zum Beispiel in den Völkern der Ureinwohner Amerikas, Afrikas und Asiens einige, welche sich nicht nur einfach Piercen im Sinne von die Haut durchstechen, sondern nachfolgend die Piercings dehnen und weiten, bis sie teilweise so groß wie eine Handfläche sind.

In diesen Löchern können beispielsweise Ton-, Holz- oder Edelsteinscheiben als Piercingschmuck dienen. Solche Piercings werden bei dem Volk der Mursi im Süden Äthiopiens heute noch an Ohren und Unterlippe gemacht. Solche Piercings werden mittels dem so genannten Streching hergestellt und teilweise auch als Tunnelpiercing bezeichnet. Sie werden gerne mittels Ringen verschönt, die eine Art Tunnel durch das Piercing bilden.

Die heutigen Piercings sind eher unauffällig, wie das Bauchnabel Piercing auf dem nebenstehenden Bild. Dafür dürfen es dann aber gerne mal mehrere sein, wie an der Zunge, Lippe, und an der Stirn.