Edelsteinbearbeitung

Was früher Handarbeit war, machen heute Maschinen

Bevor es Maschinen gab, mit deren Hilfe man die Edelsteine heute mit Leichtigkeit bearbeiten kann, hat man vor allem Symbole, Schriften und Figuren in die Steine geritzt. Eine andere, sehr alte Art der Bearbeitung ist das Polieren der vom Spalten entstandenen Oberflächen auf Sandstein, um den Glanz zu verstärken.

Heute gibt es verschiedene Arten von Edelsteinbearbeitung

Die Kunst, Edelsteine zu gravieren, zu Gemmen (aus Edelstein gemachtes Reliefbild) zu bearbeiten oder aus einem Rohstein eine Plastik herzustellen, nennt man die Steinschneidekunst. Der ägyptische Skarabäus ist vermutlich das älteste aus Edelsteinen hergestellte Tier. So waren es auch die alten Ägypter, die diese Kunst belebt und weitergegeben haben, wobei diese Kunst nur an ein paar wenigen Edelsteinen ausgeübt werden konnte. Heute gibt es Graviermöglichkeiten für alle Edelsteine, auch für den härtesten, den Diamanten. Am häufigsten wird jedoch der Achat bearbeitet.

Früher wurden die riesigen Achatsteine zunächst mit Hammer und Keil zerkleinert. Dank moderner Technik kann man dies heute viele präziser mit Kreissägen, deren Blatt mit Diamantsplittern besetzt ist. Wenn er zerlegt ist, wird er mit dem so genannten Carborundum-Schleifrad in seine grobe Grundform geschliffen. Bei diesem Arbeitsgang spricht man in der Edelsteinbearbeitung von Vorschleifen oder Ebauchieren. Danach folgt der Feinschliff, der an einem Sandsteinrad vollendet wird. Wenn der Stein seine Form hat, wird er noch poliert. Dies geschieht an Walzen, die aus weichen Materialien wie Holz, Filz, Bims oder speziellen Pasten bestehen. Sie drehen sich wesentlich langsamer, als die Schleifräder.

Vertuschen von Edelstein-Unreinheiten

Für die anderen Farbsteine sind die ersten Arbeitsgänge die gleichen, danach werden sie, je nach Qualität (sprich Klarheit und Fehlerhaftigkeit) in die verschiedenen Schleifformen gebracht. Die trüberen Edelsteine oder die mit stark sichtbaren Fehlern, werden meistens zum Cabochon geschliffen, das heißt, deren Oberfläche ist glatt, aber gewölbt. Die durchsichtigen und damit auch wertvolleren Steine erhalten den wesentlich aufwändigeren Facettenschliff, bei dem der Edelstein viele kleine glatte Oberflächen (Facetten) erhält.

Äußerste Präzision wird auch beim Kugelschliff verlangt. Eine Kugel entsteht aus einem würfelförmigen Edelstein, bei dem in kleinen Schritten die Kanten und Ecken abgeschrägt werden. Wenn er nahezu rund (aber noch vieleckig) ist, kommt er in einen Schleiftopf, wo er seine runde Endform erhält. Sogenannte Trommelsteine oder Handschmeichler werden beim Trommelschleifen mithilfe von sich drehenden Trommeln oder vibrierenden Gefäßen gewonnen. Diese Verarbeitung dient vor allem der Abrundung, damit keine scharfen Kanten die Haut verletzen können.

Wenn die Edelsteine zu Edelsteinketten weiter verarbeitet werden sollen, müssen sie letztendlich noch gebohrt werden. Dies geschieht heute vor allem mit elektrisch gesteuerten Spitz- oder Hohlbohrern, die mit sehr hohen Geschwindigkeiten laufen und wegen der großen Hitzebildung dauernd mit Kühlflüssigkeit gekühlt werden. Um zu vermeiden, dass der Stein am Ende des Bohrlochs splittert, bohrt man ihn von beiden Seiten an. Auch häufig im Einsatz sind die hochmodernen ultraschallbetriebenen Bohrmaschinen. Sie arbeiten wesentlich schneller und präziser.